Grundschulförderklasse

25 Jahre Grundschulförderklasse im Jahr 2015

Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum!

Die Leiterinnen der Grundschulförderklasse

Frau Ulrike Bösch und Frau Helga Stroppel

Die Räumlichkeiten der GSFöKl


Die Grundschulförderklasse

Die GFK Sigmaringen besteht seit dem Schuljahr 1989/1990. Sie ist in die Geschwister- Scholl- Schule integriert. Neben dem Klassenraum können mehrere Räumlichkeiten der Geschwister- Scholl- Schule mitbenutzt werden. Die Gruppengröße kann max. 20 Schüler betragen. Im Schuljahr 2018/19 werden 17 Schülerinnen und Schüler unsere Einrichtung besuchen. Das Einzugsgebiet ist recht groß und umfasst die Kernstadt Sigmaringen mit Teilorten, Sigmaringendorf, Scheer, Bingen, Inzigkofen, Engelswies, Krauchenwies mit Teilorten, Leibertingen, Veringenstadt, Meßkirch und Umland.
Kostenträger ist die Stadt Sigmaringen. Die GFK hat einen eigenen Etat. Personeller Träger ist das Land.

Leitung:

Leiter der GFK ist der Rektor der Geschwister- Scholl- Schule, Herr Norbert Schwenold.
Die Gruppenleitung hat Frau Stroppel und Frau Bösch in Personalunion inne.
Weitere Mitarbeiter sind Lehrer der GSS, die mit insgesamt 8 Wochenstunden die pädagogische Arbeit in der GFK unterstützen.


Öffnungszeiten:

Der Stundenplan umfasst pro Kind 22 Wochenstunden. Davon werden Sie 6 Std. pro Woche in einer Kleingruppe (8-10 Kinder) gefördert.
Montag bis Freitag von 7.55 Uhr bzw. 8.45 Uhr bis 11.15 Uhr bzw. 12.15 Uhr
Mittwochnachmittag von 14.15 Uhr bis 15.45 Uhr - bei stundenplantechnischem Bedarf

Beitrag und Beförderung:

Der Besuch der GFK ist beitragsfrei, ebenso die Beförderung durch den Schulbus. Alle Kinder deren Schulweg mehr als 1.5 km beträgt haben einen Anspruch auf Beförderung, sofern das Landratsamt zustimmt.

Aufnahme:

In die GFK werden Kinder aufgenommen, die schulpflichtig sind und vom Schulbesuch zurückgestellt wurden. Die Abgabefrist der Anmeldung endet am 1. Juli. Die Vergabe der Plätze erfolgt Anfang Juli. Mitte Juli haben die Kinder und Eltern die Möglichkeit an einem Nachmittag die Einrichtung und das Personal kennen zu lernen.

Aufgabe der GFK:

Die Grundschulförderklasse hat die Aufgabe, schulpflichtige, aber gemäß § 74 Abs. 2 SchG vom Schulbesuch zurückgestellte Kinder zur Grundschulfähigkeit zu führen. Durch gezielte Förderung und freies Spiel sollen diese Kinder in ihrer geistigen, seelischen und körperlichen Entwicklung so gefördert werden, dass eine Aufnahme in die Grundschule möglich wird. Hierbei kommt dem sozialen Lernen innerhalb der Gruppe eine besondere Bedeutung zu. Es gehört jedoch nicht zu den Aufgaben der Grundschulförderklasse, die Lerninhalte des Anfangsunterrichts der Grundschule vorwegzunehmen.

Ziel der GFK:

Bei den Kindern sollen bestmögliche Voraussetzungen für die erste Klasse geschaffen werden.

Wege um dieses Ziel zu erreichen:

individuelle Förderung in Kleingruppen, auch Einzelförderungdie Kinder machen Erfahrungen mit schulischen Situationen ohne Leistungsdruckbreit gefächerte, altersentsprechende Lernangebote.

Weitere Ziele der GFK:

Erwerben von Fähigkeiten und Fertigkeiten, die das Lernen und Arbeiten in der Grundschule erleichtern.

Vermitteln von Kompetenzen:

Methodenkompetenzen: Techniken, (kleben, ausmalen, ausschneiden, falten) Partnerarbeit, Gruppenarbeit, Stillarbeit,sich den
Arbeitsplatz richten, sich selbständig anziehen.
Personalkompetenzen: sich melden und abwarten, zuhören, Ordnung halten und still sitzen können.
Soziale Kompetenzen: Höflichkeit, Rücksicht nehmen, Regeln einhalten, verlieren können, sich gegenseitig helfen, warten können,
Toleranz gegenüber anderen, Konfliktfähigkeit, Streit mit
Worten austragen, Wochendienste.

Arbeitsweise der GFK:

Die Rahmenpläne orientieren sich an der Erlebniswelt, an den Erfahrungen der Kinder und am Fest und Jahreskreis.
Die täglichen Beschäftigungen richten sich nach der jeweiligen Planungseinheit/Wochenplan. Eine Planungseinheit umfasst folgende Elementarbereiche:
Spielpflege/soziale Erziehung (Spiele, Rollenspiele, vermitteln sozialer Kompetenzen)
Spracherziehung ( Bilderbuchbetrachtung, Gespräche, Geschichten, Gedichte, Reime, Fingerspiele, Sprechzeiten, ...)
Mengen und Zahlen (Würfelspiele, simultanes Zahlerfassen, Mengen zuordnen, Mengen vergleichen, logische Reihen, geometrische Formen, …) Umwelt und Sachbegegnung (Sachbilderbücher, Dias, Lerngänge, Kochen,Backen, )
Kognitive Förderung (Arbeitsblätter, Rätsel,…) Bewegungserziehung (Turnen, Schwimmen, Bewegungsspiele)
Ästhetischer Bereich (malen, basteln schneiden…) Musikalischer und Rhythmischer Bereich (Lieder, Tänze, Klanggeschichten, Orff- Instrumente, …) Religiöse Erziehung (Feiern von rel. Festen, rel. Lieder, bibl. Geschichten …)

Da es für die Grundschulförderklassen keinen festgelegten Lehrplan gibt, ist es möglich, gezielt auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder einzugehen.

Beispiele für Wochenthemen sind:

Wir lernen uns kennen, Der Apfel, Der Igel, Der bunte Herbst zieht durch das Land, Mond und Sterne, Die Tiere im Winter, Unsere Zähne, Farben und Formen, Von der Raupe zum Schmetterling, Der Kreislauf des Wassers, Mein Körper, Komm mit ins Zahlenland, Komm mit ins Buchstabenland,.)

Tagesablauf:

Der Tagesablauf der GFK ist an Unterrichtszeiten der Schule gebunden z.B. Sport, Förderstunden der Lehrer, Pausen …

In den Tagesablauf fließen die jeweiligen Themen des Jahreskreises / Wochenplan aber auch spontane Bedürfnisse der Kinder mit ein.

Der Tagesablauf beinhaltet:

° Morgenkreis: Gemeinsames Singen, Erzählen, Spielen …

° Freiarbeit: Kinder beschäftigen sich einzeln oder in kleinen Gruppen nach eigenen Bedürfnissen. Freiarbeit beinhaltet für einzelne
Kinder auch mal ein Bastelangebot, fertig stellen eines Arbeitsblattes oder Einzelbeschäftigung.
° Gesamtgruppenarbeit: Unter Anleitung arbeiten alle Kinder gleichzeitig an einer Aufgabe.
° Kleingruppenarbeit: In dieser Zeit werden Beschäftigungen durchgeführt die eine Kleingruppe erfordern.
° Vespern: Die Kinder essen gemeinsam vor bzw. nach der großen Pause im Gruppenraum. Dabei wird ein Buch vorgelesen. Die
Schüler der Grundschulförderklasse werden dadurch gleichzeitig an Kinderliteratur herangeführt. Beispiele für Vorlesebücher sind:
Der Räuber Hotzenplotz, Die kleine Hexe, Elli das Eichhörnchen, Hundegeschichten vom Franz…
° Pausen: Die Kinder der GFK halten die Pausen der GSS mit ein.
1.Pause 9.30 – 9.45 Uhr und die 2. Bewegungspause 11.15 – 11.30 Uhr.

Bewegungserziehung:

Die Kinder haben 2 Schulstunden Sport pro Woche in der Sporthalle der GGS. (Gesamtgruppe)1 Schulstunde Schwimmen im Schwimmbad der GSS. (Kleingruppe)

Schwerpunkte unserer Arbeit:

Im Vordergrund steht die Förderung der Sprachlichen Ausdrucksfähigkeit und des Sprachverständnisses und der phonologischen Bewußtheit.
Wir arbeiten unter anderem mit dem Würzburger Sprachtrainingsmodell, Auditive Verarbeitung- und Wahrnehmungsleistungen bei Vorschulkindern, (VML) und Breuer/ Weuffen.

Der Wahrnehmungsbereich (optisch, auditiv und taktil) unter anderem arbeiten wir auch mit: Die Wahrnehmungsschule v. Brigitte Sowodniok)SozialerziehungGrobmotorik/FeinmotorikMengen und Zahlen (Ein vielfältiges Spiel und Arbeitsmaterial steht den Schülerinnen und Schülern zur Verfügung. Wir arbeiten auch mit der mit Zahlenland – Methode.)

Die Intensität der einzelnen Schwerpunkte können, je nach Bedarf der jeweiligen Klasse, variieren oder ergänzt werden.

Förderunterricht:

In den ersten beiden Schulwochen lernen die Kinder die Lehrer während der Freiarbeit kennen. Danach folgt eine Beobachtungsphase (hauptsächlich zu Beginn aber auch während des ganzen Schuljahres) über die Fähigkeiten, Fertigkeiten und Schwierigkeiten der Kinder (meist einzeln, manchmal in Kleingruppen). Der Förderbedarf wird überprüft und festgestellt. Eine Besprechung mit den Kollegen findet im Anschluss an die Beobachtungsphase statt. Es wird der betreffende Förderbedarf der einzelnen Kinder besprochen und festgelegt. Die einzelnen Förderbereiche können zum Beispiel sein: Konzentration, Würfelbilder simultan erfassen, Wahrnehmung (visuell, auditiv, taktil), Merkfähigkeit, Sprachlicher Bereich: Wortschatzerweiterung, Satzbau, Reimwörter…, Grobmotorik, Feinmotorik, seinen Namen erkennen und richtig schreiben, ….
Die Lehrer nehmen jeweils 3 bis 5 Kinder in ihren Förderunterricht mit. Die übrige Gruppe hat in der Regel Freiarbeit oder ein anderes Angebot.
Der Zeitraum für eine Fördergruppe ist individuell und kann zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt werden.

Sonstiges:

Die GFK ist sehr gut in die GSS integriert.
So findet jedes Jahr die Aufnahmefeier der Kinder gemeinsam mit einer ersten Klasse statt.
Wir nehmen regelmäßig an Aktivitäten und Aktionen der gesamten Schule oder einzelnen Klassen teil, wie zum Beispiel: Weihnachtsfeier, Aufführungen, Bundesjugendspiele, Theater, Wanderungen ….
Einzelne Kinder besuchen auch Schulstunden in der ersten Klasse.

Elternarbeit:

Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Erziehungsberechtigen und der Grundschulförderklasse ist sehr wichtig.

Folgende Elternarbeit findet in der GFK statt:
Kennenlernnachmittag vor den Sommerferien
Erster Elternabend vor der Einschulung
Elternsprechnachmittage, meist Ende November
Feste und Feiern, z.B. Herbstfest, Zahlenfest …
Individuelle Elterngespräche und Telefonate während des ganzen Schuljahres
Elternbriefe/Informationen
Zweiter Elternabend nach den Pfingstferien
Abschlussveranstaltung


Beratung:

Wir beraten die Eltern über den Entwicklungsstand ihres Kindes und empfehlen gegebenenfalls zusätzliche Fördermaßnahmen in entsprechenden Einrichtungen. (Ergotherapie, Logopädie, Psychomotorik, Krankengymnastik…)
Falls erforderlich empfehlen wir auch eine Abklärung bei einem SPZ, Psychologen oder sonstigem Arzt.


Weitere Maßnahmen für eine gute Entwicklung der Kinder sind zum Beispiel:

Empfehlung einer ErziehungsberatungsstelleHinweis auf Beratungsstelle für besonders förderungsbedürftige Kinder zur Klärung des geeigneten Lernortes.
Austausch von Informationen, in Absprache mit den Eltern, bei verschiedenen Einrichtungen, die die Kinder (teils auch schon vor oder erst während des Besuchs der GFK) besuchen. Wie z.B. Logopädie, Ergotherapie, Kindergarten, Frühförderung der Mariaberger Heime

Öffentlichkeitsarbeit:

Nach Bedarf finden Informationsnachmittage über die Arbeit in der GFK für Erzieherinnen von den Kindergärten (großes Einzugsgebiet) statt. Ebenso für interessierte Eltern.
Bei den Schulen in unserem Einzugsgebiet liegen Informationsschreiben und Anmeldeformulare über unsere Einrichtung vor.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Kinder der Grundschulförderklasse intensiv und individuell auf die Schule vorbereitet werden, was sich positiv auf die Freude und Leistungsbereitschaft auswirkt:

Die Kinder freuen sich auf ihren Schuleintritt, dem sie ein Jahr zuvor eher mit negativen Gefühlen gegenüber standen.